Wie schreibt man über ein neues Dylan-Album?
Kompliziert sollte der Text sein, ein paar Querverweise auf ein bis vier der vergangenen 34 Studioalben, irgendetwas besonders intellektuelles muss noch mit rein. Und wir müssen noch analysieren, wen Dylan mit seinen Songs huldigt.
Im Zusammenhang mit dem Album „Tempest“ sollte man vielleicht auch noch etwas von
Shakespeares "Sturm" schreiben. Das alles kann ich also schon mal getrost weglassen, das haben die anderen sicher schon getan.
Wie ist es mir mit diesem, im Vorfeld schon als Meisterwerk angekündigten Album von Herrn Dylan ergangen?
Nun, mein erster Hörversuch sah so aus: Meine Kleine saß mit Ihrem Windelarsch auf meinem Gesicht, meine Große wollte Fahrradfahren, Spazierengehen, Roller- und Kettcarfahren, alles auf einmal.
Tempest dudelte also nebenher und ich konnte mich nicht richtig festlegen: Langweilig, Dylan-Mainstream. gut, sensationell?
Mittlerweile konnte ich mich dem Album in aller Ruhe widmen.
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23. September 2012
29. März 2012
Wie konnte diese Platte nur so lange an mir vorbei gehen?
Ich bin Blues-Fan. Außerdem sehr experimentierfreudig. So kaufe ich oft Platten blind, weil mir das Cover oder der Name gefällt. Darunter sind unerträglich schlechte Platten aber ab und an gibt es einen echten Glücksgriff. Ein eben solcher ist „Deep in the Blues“ von James Cotton.
15 lange Jahre nach Veröffentlichung mussten vergehen, bis es dieses Meisterstück des Delta-Blues in meine CD-Sammlung geschafft hat.
Ich schaffe es bei vielen traditional Blues-Alben –bei aller Liebe- nicht, die gesamte CD am Stück durchzuhören. Irgendwann wird es mir zu anstrengend. Anders ist das bei Deep in the Blues. Der damals 60 jährige James Cotton krächzt heiser, dreckig aber unglaublich leidenschaftlich seine Titel ins Mikro. Gänsehaut, Grinsen, Lachen, Faszination.
Blues wie er sein muss, bodenständig, ehrlich, kompromisslos.
Begleitet wird Cotton am Kontrabass durch den bekannten Jazz-Bassisten Charlie Haden, der es wie kein zweiter versteht, seinen Bass einfach aber sensationell tragend und treibend zu spielen.
Dazu kommt, dass diese Platte sowas von geil klingt, dass es sicher auch den ein oder anderen, dem Blues nicht so zugetanen Zuhörer aus den Socken haut. Perfekte Räumlichkeit, klar abgegrenzte Instrumente, eine Natürlichkeit, die man leider viel zu selten findet.
15 lange Jahre nach Veröffentlichung mussten vergehen, bis es dieses Meisterstück des Delta-Blues in meine CD-Sammlung geschafft hat.
Ich schaffe es bei vielen traditional Blues-Alben –bei aller Liebe- nicht, die gesamte CD am Stück durchzuhören. Irgendwann wird es mir zu anstrengend. Anders ist das bei Deep in the Blues. Der damals 60 jährige James Cotton krächzt heiser, dreckig aber unglaublich leidenschaftlich seine Titel ins Mikro. Gänsehaut, Grinsen, Lachen, Faszination.
Blues wie er sein muss, bodenständig, ehrlich, kompromisslos.
Begleitet wird Cotton am Kontrabass durch den bekannten Jazz-Bassisten Charlie Haden, der es wie kein zweiter versteht, seinen Bass einfach aber sensationell tragend und treibend zu spielen.
Dazu kommt, dass diese Platte sowas von geil klingt, dass es sicher auch den ein oder anderen, dem Blues nicht so zugetanen Zuhörer aus den Socken haut. Perfekte Räumlichkeit, klar abgegrenzte Instrumente, eine Natürlichkeit, die man leider viel zu selten findet.
Labels:
Blues,
Charlie Haden,
James Cotton,
klingt super
13. Februar 2010
Wo ist Behle?
Gerade sitze ich lustlos vor dem Fernseher und verfolge den Countdown zu den Olympischen Winterspielen 2010. Nicht weil ich olympiabegeistert bin, vielmehr weil mein kleines Töchterchen für mich beschlossen hat, meinen nächtlichen Schlaf vorerst zu beenden und das Programm nichts wirklich besseres zu bieten hat.
Und da kommt er, der für die deutsche Berichterstattung über olympische Winterspiele unvermeidliche Satz: „Wo ist Behle?“
Dabei kommt mir Westernhagens gleichnamiger Titel aus dem Album Radio Maria in den Sinn.
Damit sind wir beim Thema. Westernhagen, Alben 2009: „Williamsburg“.
Williamsburg ist möglicherweise nicht das geeignetste Album, um für Westernhagen neue -aus monetären Gründen relevante- Märkte und Zielgruppen zu erschließen, wie es einst mit Halleluja der Fall war. Das war sicherlich auch nicht Westernhagens primäres Anliegen. 2009 stand hinter Marius keine Plattenfirma mit kommerziellen Interessen mehr, der Vertrag mit Warner wurde nicht verlängert und Westernhagen produzierte Williamsburg in Eigenregie. Dies kann für das künstlerische Schaffen eines Musikers ja durchaus dienlich sein.
Williamsburg wurde im gleichnamigen New Yorker Stadtteil mit hochrangingen Musikern eingespielt. „Ich wollte nie mehr als der Sänger einer Band sein“ lässt Westernhagen auf seiner Website verlauten. Auf Williamsburg geht dieser Wunsch sicherlich deutlich mehr in Erfüllung als auf anderen Alben. Westernhagen gab seinen Musikern für die neu eingespielten Songs eine Guideline vor und ließ daraus ein neues kreatives Gesamtwerk entstehen.
Dieser Weg war der richtige. Zwar sind manche Titel etwas seicht, man sollte keine Marius-Hymnen, wie sie einst in den 70igern und 80igern entstanden, erwarten. ABER, Williamsburg ist ein richtig gutes Album. Die Platte vermittelt Spielfreude und Leichtigkeit pur. Die Musiker harmonieren hervorragend, sind dennoch eigenständig und bringen ihre eigene, individuelle Note mit ein. Es macht richtig Freude jedem Protagonisten einzeln zu folgen.
Auch klanglich kann Williamsburg überzeugen, das Album klingt warm, voluminös, dynamisch und rund. Alles in allem eine hervorragend stimmige Produktion mit viel Atmosphäre. Ein merklich entspannter Westernhagen, hat hier mit hervorragenden Musikern ein zeitloses Album eingespielt.
Nach einer kurzen „Einhörphase“ hat mich Westernhagen mit Williamsburg voll erreicht. Er befindet sich mit diesem Album, wenn auch deutlich gereift, durchaus auf dem Weg Back to the Roots. Und das ist gut so.
Marius hat ihn noch, den Blues!
Und da kommt er, der für die deutsche Berichterstattung über olympische Winterspiele unvermeidliche Satz: „Wo ist Behle?“
Dabei kommt mir Westernhagens gleichnamiger Titel aus dem Album Radio Maria in den Sinn.
Damit sind wir beim Thema. Westernhagen, Alben 2009: „Williamsburg“.
Williamsburg ist möglicherweise nicht das geeignetste Album, um für Westernhagen neue -aus monetären Gründen relevante- Märkte und Zielgruppen zu erschließen, wie es einst mit Halleluja der Fall war. Das war sicherlich auch nicht Westernhagens primäres Anliegen. 2009 stand hinter Marius keine Plattenfirma mit kommerziellen Interessen mehr, der Vertrag mit Warner wurde nicht verlängert und Westernhagen produzierte Williamsburg in Eigenregie. Dies kann für das künstlerische Schaffen eines Musikers ja durchaus dienlich sein.
Williamsburg wurde im gleichnamigen New Yorker Stadtteil mit hochrangingen Musikern eingespielt. „Ich wollte nie mehr als der Sänger einer Band sein“ lässt Westernhagen auf seiner Website verlauten. Auf Williamsburg geht dieser Wunsch sicherlich deutlich mehr in Erfüllung als auf anderen Alben. Westernhagen gab seinen Musikern für die neu eingespielten Songs eine Guideline vor und ließ daraus ein neues kreatives Gesamtwerk entstehen.
Dieser Weg war der richtige. Zwar sind manche Titel etwas seicht, man sollte keine Marius-Hymnen, wie sie einst in den 70igern und 80igern entstanden, erwarten. ABER, Williamsburg ist ein richtig gutes Album. Die Platte vermittelt Spielfreude und Leichtigkeit pur. Die Musiker harmonieren hervorragend, sind dennoch eigenständig und bringen ihre eigene, individuelle Note mit ein. Es macht richtig Freude jedem Protagonisten einzeln zu folgen.
Auch klanglich kann Williamsburg überzeugen, das Album klingt warm, voluminös, dynamisch und rund. Alles in allem eine hervorragend stimmige Produktion mit viel Atmosphäre. Ein merklich entspannter Westernhagen, hat hier mit hervorragenden Musikern ein zeitloses Album eingespielt.
Nach einer kurzen „Einhörphase“ hat mich Westernhagen mit Williamsburg voll erreicht. Er befindet sich mit diesem Album, wenn auch deutlich gereift, durchaus auf dem Weg Back to the Roots. Und das ist gut so.
Marius hat ihn noch, den Blues!
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